Schwierige Situationen gelassen überstehen

Geht Ihnen auch manchmal die Hutkrempe hoch, obwohl Sie eigentlich ganz ruhig bleiben wollten? Oder jemand flötet Ihnen ein gutgelauntes "Guten Morgen" entgegen und Ihnen schießen die Tränen ohne ersichtlichen Grund in die Augen? Unsere Emotionen scheinen manchmal ein Eigenleben zu haben.  Und je länger oder konzentrierter man versucht sie im Griff zu behalten, desto schwungvoller ploppen Sie an die Oberfläche, wie ein Pop-up-Fenster im Internet, das man jetzt gerade so gar nicht gebrauchen kann.

Wie helfe ich mir selbst?

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Diese Ausbrüche, die wir in den Situationen gar nicht wollen, sind in den meisten Fällen 1 : 1 mit unserem persönlichen Stress-Level verbunden. Je höher und langanhaltender der Stress desto wahrscheinlicher ist es, daß wir unsere Affekte nicht mehr steuern können. Natürlich ist es sinnvoll den Stresslevel zu senken. Und natürlich ist es auch sinnvoll sich anzusehen, welches Gefühl ganz genau hinter den Reaktionen steckt und wo es her kommt. Damit wollen wir uns heute aber gar nicht beschäftigen.

 

Dieser Artikel ist als Anregung gedacht, solche Situationen besser zu überstehen und kontrollierter meistern zu können. Um eben nicht beim Vorstellungsgespräch wütend zu werden oder beim ersten Date mit dem neuen Herzensmenschen in Tränen auszubrechen. Also sprechen wir hier über akute, konkrete und zeitlich begrenzte Situationen und wie wir gefasster sein können.

 

Wer könnte uns besser helfen als wir selbst? Schließlich wissen wir doch sehr genau, was wir in solchen Situationen brauchen. Wünscht sich der eine guten Zuspruch, benötigt der andere eine stützende Hand und der nächste vielleicht einen bewaffneten Kämpfer neben sich, der im Notfall für ihn kämpft. Die Möglichkeiten der Bedürfnisse sind so individuell wie die Facetten jeder einzelnen Persönlichkeit.

 

Um genau die Hilfe zu bekommen, die wir in solchen Situationen benötigen, ist es nutzbringend, einen inneren Helfer zu installieren. Er ist in uns, also jederzeit verfügbar und mit etwas Übung auch blitzschnell, kann bei Bedarf weitere Fähigkeiten erhalten und entspricht zu 100 % unseren sehr persönlichen Bedürfnissen.

 

Überlegen Sie mal, welche Qualitäten dieser Helfer haben müßte, um Sie in solchen Situationen gut unterstützen zu können. Müßte er beruhigend auf Sie einreden oder eher schweigen, ist er kämpferisch und in Verteidigungsposition oder eher mitfühlend und beschwichtigend, ist er stark, schwach, groß, klein, mutig, tapfer, kuschelig... oder, oder, oder? Oder vielleicht auch alles auf einmal? Es ist alles möglich, es ist Ihr persönlicher Helfer und es gibt keine Grenzen. Soll er immer eine Decke dabei haben um sie warm einzuhüllen oder kann er Ihre Schultern massieren? Ist es ein Mensch, ein Tier, ein Kuscheltier, ein Superheld, ein Fabelwesen oder was auch immer? "Backen" Sie sich ihren Helfer so, daß er genau zu Ihnen paßt. Je ausführlicher und detaillierter Sie ihn beschreiben können, desto hilfreicher kann er für Sie sein.

 

Und wenn Sie Ihren ganz persönlichen Helfer entworfen haben und sich vorstellen, er ist an ihrer Seite, in Ihrer Handtasche, in Ihrer rechten Hand oder wo immer er sein soll... dann fühlen Sie mal in sich hinein. Gibt es irgendwo im Körper ein gutes Gefühl, wenn er da ist? Genießen Sie das Gefühl, wenn Sie es gefunden haben.

 

Und holen Sie sich den inneren Helfer zunächst so oft Sie können wieder in Ihre Gedanken und spüren jedesmal wieder dieses gute Gefühl im Körper. Dabei darf sich sowohl der Helfer verändern als auch das Gefühl oder die Stelle des Gefühls. Wenn etwas noch besser wäre oder noch zusätzliche Qualitäten vorhanden sein sollten... fügen Sie etwas hinzu, entfernen Sie auch Eigenschaften, die Ihnen nicht mehr sinnvoll oder gut erscheinen. Je mehr Sie mit ihm arbeiten, desto enger wird die Bindung.

 

Und jetzt können Sie ihn überall mit hinnehmen... zum Vorstellungsgespräch, zum ersten Date, zum Gespräch mit dem Arzt, zum Besuch bei der nervigen Schwiegermutter... und immer wenn Sie ihn brauchen können Sie ihn rufen. Er ist da, unterstützt Sie und gibt Ihnen das gute Gefühl im Körper, das Sie mit ihm verbinden und hilft Ihnen, solche Situationen zu meistern.

 

Ich wünsche Ihnen eine gute Beziehung zu Ihrem neuen Freund!

 

 

Vielen Dank, daß Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben.

 

Als Heilpraktikerin für Psychotherapie in Osnabrück und Essen

sind meine Therapieschwerpunkte Trauma, Angst und Phobie.

 

Anja Flörke

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