Warum hilft mir denn niemand?

Menschen mit psychischen Störungen sieht man es oft nicht an, mit welchen Schwierigkeiten sie täglich kämpfen. Ein Beinbruch oder eine Erkältung sind für andere deutlich leichter wahrnehmbar. Und leider auch: leichter verstehbar. Niemand, der es nicht selber erlebt hat, kann nachfühlen, wie so eine psychische Störung entsteht, wie sie sich anfühlt, und daß es oft für den Moment die einzige Option ist, sich so zu verhalten.

Ist Rücksicht wirklich zu viel verlangt?

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Es ist so offensichtlich, daß wir in der Falle sitzen... und Freunde und Familie stehen nur ratlos drum herum. Kennen Sie das?

 

Reiß Dich doch mal zusammen!

 

Oder auch "Jetzt stell Dich nicht so an, ist doch nun wirklich nichts dabei." sind Sätze von Außenstehenden, die uns nur noch mehr verletzen. Sie zeigen uns deutlich, daß wir nicht verstanden werden. Das Gegenüber denkt nur in seinen gesunden Denkmustern. Dabei haben wir es doch schon 100 Mal erklärt und sind es müde.

 

Ist ein bißchen Rücksicht denn wirklich zu viel verlangt?

 

Eindeutig: Nein! Allerdings kommt hier der Wert "Dauer" ins Spiel. Dauerhaft Rücksicht zu nehmen schafft leider kein Mensch. Umso wichtiger ist es, daß wir zeigen, daß wir etwas ändern wollen. Das wir uns bemühen, etwas zu verändern und nicht in dem momentanen Zustand für alle Zeit verharren.

 

Es sind schlimme Erlebnisse, die psychische Störungen auslösen. Dabei sind diese sogenannten Störungen nur sehr kreative Überlebensmechanismen. Handlungsstrategien, die ein Aushalten möglich machen. Deswegen mag ich das Wort "Störung" nicht gerne und benutze lieber das Wort "Struktur".

 

Diese Strukturen können und sollten auch nur Schrittweise wieder aufgelöst werden. Sehr behutsam und sehr achtsam, am besten mit Hilfe eines Profis. Eine Verbesserung ist fast immer möglich, denn in den allermeisten Fällen ist die auslösende Situation längst vorüber. Also gibt es "eigentlich" keinen Grund mehr dafür, diese Handlungsstrategien aufrecht zu erhalten. Das muß aber im wahrsten Sinne des Wortes neu gelernt werden.

 

Jeder in seinem individuellen Tempo und Schrittchen für Schrittchen.

 

Auch der längste Weg fängt mit dem ersten Schritt an. Und es lohnt sich wirklich... Manchmal stellt sich dabei die Frage nach dem "warum sollte ich überhaupt"? Denn es ist ja tatsächlich etwas sehr schlimmes passiert, das zu diesen Verhaltensweisen geführt hat.

 

Mein von Herzen kommender Rat ist: Tun Sie es aus Rücksicht!

Aus Rücksicht auf Sie selber.

Geben Sie der Vergangenheit den Platz, der ihr zusteht. Nämlich die Vergangenheit, und nicht das Hier und Jetzt!

 

Vielen Dank, daß Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben.

 

Als Heilpraktikerin für Psychotherapie in Osnabrück und Essen

sind meine Therapieschwerpunkte Trauma, Angst und Phobie.

 

Anja Flörke

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