Warum passiert mir immer wieder dasselbe? Trauma und die Wiederholungstendenz

Auch der nächste Partner ist nicht zuverlässig, wie alle vorher auch? Und auch bei der zehnten Arbeitsstelle erwische ich wieder einen Chef, der seine Mitarbeiter nur ausbeutet. Und bei den sogenannten Freunden stellt sich jedes Mal wieder heraus, daß ich mich nicht auf sie verlassen kann, obwohl ich sie dieses Mal mit soviel Bedacht und Achtsamkeit ausgesucht habe. Warum passieren mir immer wieder dieselben Dinge? Das ist eine Frage, die sich viele stellen.

Erfahrungen/Vergangenheit führen dazu

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Das hat wohl auch schon jeder gehört. Begleitet mit guten Ratschlägen wie "Du mußt einem neuen Partner auch eine Chance geben." oder "Wechsel doch einfach nochmal den Job, Du hast eben Pech gehabt.". Und in vielen Fällen wird das leider nichts nützen sondern am Ende wieder dasselbe Ergebnis hervorbringen. Warum?

 

Je dramatischer die Erlebnisse in der Vergangenheit waren, desto wahrscheinlicher ist es, daß wir ähnliches wieder erleben.

 

Um es so verständlich wie möglich zu machen nehme ich ein Beispiel heraus, an dem ich es erkläre. Das Prinzip ist allerdings auf alle möglichen Situationen und Erlebnisse übertragbar.

Nehmen wir an, ein Mädchen erfährt sexualisierte Gewalt von ihrem Vater. Das ist ein heftiges Erlebnis. Es geht hier um den schlimmsten Vertrauensbruch, denn der Papa ist doch eigentlich der Beschützer. Dieses Erlebte ist kaum aushaltbar. Um es zu verarbeiten und überleben zu können, werden die Erlebnisse oft abgekapselt. Ein Teil unserer Persönlichkeit trägt diesen Schmerz, während der Rest der Persönlichkeit das Leben so normal wie möglich weiter leben kann.

Das bedeutet, daß dieser abgekapselte Persönlichkeitsteil seine Daseinsberechtigung zur Zeit darin hat, daß es diesen Schmerz und Verrat aushält. Das ist seine Aufgabe.

 

Und nun kommen die Selbstheilungskräfte ins Spiel

 

Dieser Persönlichkeitsteil möchte dazu gehören. Wir möchten uns ganz und vollständig fühlen. Das ist die Selbstheilungstenzend.

 

Gleichzeitig unterdrücken die anderen Anteile aber gegebenenfalls die Erinnerungen. Das ist die Selbsterhaltungstendenz.

 

Diese beiden Anlagen in uns kämpfen hier also miteinander. Der verletzte Teil hat gar keine andere Möglichkeit beachtet zu werden, wenn er nicht wieder für solche Extremsituationen gebraucht wird. Und hat daher einen immensen Einfluß auf z.B. die Partnerwahl. Wenn es einen Partner gibt, der uns auch verrät, ist der Persönlichkeitsanteil ein Teil des Ganzen. Er braucht also sozusagen einen Partner, der uns betrügt oder anderweitig verrät, um  mit-leben zu dürfen.

 

Wie kommt man aus dem Kreislauf raus?

 

Es gibt wunderbare Möglichkeiten an der nötigen Sicherheit zu arbeiten. Zugegebenermaßen ist es ausgesprochen schwer, das alleine zu schaffen. Mit Hilfe vom Fachmann kann aber z.B. ein sicherer Ort für den verletzten Anteil installiert werden oder ähnliches.

 

Ziel ist die Integration des Persönlichkeitsanteils ins große Ganze. Hier geht es nicht darum, die alten Geschichten zu vergessen oder den Anteil irgendwie zu eliminieren. Es geht auch nicht darum, die Erinnerungen durchzukauen und zu besprechen. Sondern es geht darum, den verletzten Anteil "in Sicherheit" zu bringen und ihm die Chance zu geben, andere Aufgaben zu übernehmen, so daß er Teil der Gesamtpersönlichkeit ist, ohne die alte Aufgabe, den Schmerz und den Verrat auszuhalten, erfüllen zu müssen. Und damit dann auch nicht mehr nach Personen und Situationen zu suchen, die diesen Schmerz wieder aufleben lassen.

 

Vielen Dank, daß Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben.

 

Als Heilpraktikerin für Psychotherapie in Osnabrück und Essen

sind meine Therapieschwerpunkte Trauma, Angst und Phobie.

 

Anja Flörke

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