Wenn die Gedanken durchdrehen

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In manchen Situationen können wir nicht mehr "geradeaus denken". Dann drehen sich die Gedanken wie ein Brummkreisel. Sie nehmen Fahrt auf. Und es entwickelt sich eine Dynamik, der wir uns nicht entziehen können. Dann sind wir nicht mehr zugänglich für Informationen von außen. Das liegt daran, daß sich Gefühle mit den Gedanken vermischen. Ängste, geprägt durch die Vergangenheit. Blöde Erfahrungen die wir gemacht haben. Und ein Sicherheitsmodus, mit dem wir versuchen, uns vor weiteren Verletzungen zu schützen.

 

Die Gedanken schlagen Purzelbaum

 

und am Ende ist jeder Gedanke bis ins unendliche verdreht. Das kann bei Alltagsthemen so sein, oder bei großen Lebensthemen. Wenn z.B. der Chef sagt, daß er jemand anderem das neue Projekt überträgt, weil Sie noch an dem vorherigen Projekt arbeiten. Dann drehen die Gedanken sich so lange, bis man überzeugt ist, daß der Chef gemeint hat, daß man zu  langsam ist. Und auch gar nicht gut genug. Und der Kollege, der das Projekt kriegt, wird sowieso immer bevorzugt. Und und und... obwohl der Chef einfach nur sozialkompetent ist und Sie vor Überforderung schützen wollte. Er ist ein guter Chef.

 

Wie kriegt man den Purzelbaum rückwärts hin?

 

Es ist nicht leicht, diese sich aufdrängenden Gedanken zu unterdrücken und wieder den "geradeaus Kurs" einzuschlagen. Ein einfaches und sehr wirkungsvolles Hilfsmittel ist: Ersetzen Sie jedes Gedachte "aber" durch ein "und".

 

Spüren Sie mal den Unterschied an einem sehr einfachen Beispiel. Stellen Sie sich vor jemand sagt folgendes zu Ihnen:

 

Ich würde wirklich gerne heute Abend mit Dir ausgehen, aber ich muß morgen früh raus, daher geht es nicht.

 

Lassen Sie den Satz einen Moment wirken und versuchen Sie herauszufinden, wie Sie sich dabei fühlen. Glauben Sie den ersten Teil "ich würde wirklich gerne"? Oder haben Sie Bedenken, daß es nur eine Ausrede ist und derjenige gar nicht will?

 

Jetzt verändern Sie den Satz und setzen statt aber ein und ein:

 

Ich würde wirklich gerne heute Abend mit Dir ausgehen, und ich muß morgen früh raus, daher geht es nicht.

 

Wie fühlt sich das an? Durch das verwendete "und" wird der erste Teil des Satzes nicht negiert. Es sind jetzt zwei Wahrheiten, die nebeneinander stehen. Ich würde gerne UND es geht leider nicht. Beides kann wahr sein, im Gegensatz dazu, wenn das Wörtchen aber benutzt wird.

 

Ersetzen Sie mal einen Tag lang sehr bewußt jedes Mal das Wort aber durch das Wort und.

1. Werden Sie erstaunt sein, wie oft Sie aber benutzen und denken.

2. Werden sich die Gedanken und auch gesprochenen Sätze anders anfühlen.

 

Es ist nicht viel Aufwand UND es lohnt sich, das einmal auszuprobieren. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und gute Gefühle dabei.

 


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