PTBS - wie nützlich ist die Körperarbeit?

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Nicht nur unser Gehirn speichert Informationen, sondern auch unser Körper.

 

Diese gespeicherten Informationen sind miteinander verknüpft. Mit einem ganz einfachen Test können Sie sich selbst überzeugen.

 

Schließen Sie doch mal kurz die Augen. Stellen Sie sich vor, Sie haben einen saftigen, herrlich weichen Pfirsich in der Hand. (Wahlweise können Sie sich auch Schokolade, Schweinebraten, Pfefferminzbonbons vorstellen... das, was Ihnen einfach gut schmeckt.)

Und jetzt stellen Sie sich vor, Sie beißen rein. Versuchen Sie, sich dabei den Geruch vorzustellen, die Temperatur des Pfirsiches. Wie der Saft beim Reinbeißen herausläuft. Wie sich das zarte Fruchtfleisch auf der Zunge anfühlt und sich die fantastische Süße in Ihrem Mund ausbreitet...

 

Nehmen Sie sich einfach mal ein paar Sekunden dafür. Und wenn Sie fertig sind, machen Sie die Augen wieder auf und lesen hier weiter.

 

Alleine durch die intensive Vorstellung hat sich der Speichelfluß erhöht und sich etwas Spucke im Mund gesammelt. Und das, obwohl ja in der Realität gar kein Pfirsich da ist.

 

Unser Gehirn unterscheidet nicht zwischen eingebildet und real.

 

Ganz genauso geht es Traumatisierten, wenn sie Intrusionen oder Flashbacks haben. Das Gefühl ist real, der Magen krampft, die Angst steigt hoch, der Puls rast usw. Lauter körperliche Reaktionen. Obwohl es sich "nur" um Erinnerungen handelt und jetzt und hier gerade nicht Realität ist.

 

Diese Verknüpfungen funktionieren auch anders herum. Haben wir z.B. ein Baby auf dem Arm und riechen den typischen Babygeruch (hmmmm...) weckt das sofort den Beschützerinstinkt und wir bewegen uns vorsichtiger, als hätten wir einen 5-jährigen auf dem Schoß. D.h. wir fahren runter, sind ruhiger, die Anspannung der Muskeln verändert sich, und, und, und.

 

Die gute Nachricht: das kann in der Therapie genutzt werden

 

Diese Verknüpfungen sind keine bewußt ablaufenden Handlungsweisen, sondern automatisch ablaufende Reaktionen, die durch Erfahrungen und Wiederholungen gelernt wurden. Und hier liegt der Schlüssel: alles, was gelernt wurde, kann umgelernt werden.

 

Das ist meiner Meinung nach nicht möglich, wenn man eine Seite (Gedanken oder Körperreaktionen) heraus läßt. Denn die Verbindungen sind ja einfach da. Wenn man den Körper in die Umstrukturierung einbezieht, dann kann es viel leichter klappen. Dann triggert ein bestimmtes Geräusch oder das Berühren eines bestimmten Materials usw. nicht mehr.

 

 


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