Ich bin doch nicht normal..!

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Nach einer Traumatisierung entwickeln sich allerlei Verhaltensweisen, die von den ursprünglichen Verhaltensweisen abweichen. Wir sind übermäßig aufmerksam oder ängstlich, haben Schlafstörungen, sind misstrauischer, haben ohne erkennbaren Grund Herzrasen, Panikattacken, Schmerzen und so weiter. Die Liste ist endlos und individuell.

Und dann heißt es immer wieder: "Das ist doch nicht normal." Gerne auch mit dem Nachsatz "Jetzt reiß Dich doch mal zusammen.". 

 

Oh doch! Das IST normal. Völlig normal!

 

Diese ganzen Symptome oder Verhaltensweisen sind ein Schutzmechanismus, der unbewußt angewendet wird. Das ist nichts, was man mal eben so wegschieben kann. Es sichert das Überleben und ist von allen ernst zu nehmen.

 

Denn es zeigt uns an, daß ein Trauma im Körper steckt, daß etwas nicht verarbeitet wurde und daß derjenige Hilfe benötigt. Es hilft nichts, einfach die Symptome entfernen zu wollen, es muß die Ursache behoben werden.

 

Wenn ich mir eine Wäscheklammer an die Nase klemme, dann habe ich sehr wahrscheinlich Schmerzen dadurch. Ich kann jetzt eine Schmerztablette nehmen um die Schmerzen zu bekämpfen. Nach Abklingen der Wirkung der Tablette wird allerdings der Schmerz höchstwahrscheinlich nicht dauerhaft weg sein, sondern sich sogar noch verstärken. Wirklich besser und vorallem dauerhaft besser wird es, wenn ich die Wäscheklammer wieder abnehme. Also sollte nicht das Symptom (Schmerz) bearbeitet werden, sondern die Ursache (Wäscheklammer).

 

Reiß Dich zusammen, Du mußt Dich wieder daran gewöhnen (z.B. wieder unter Leute zu gehen usw.)

 

Das ist also nicht das richtige Mittel. Denn die Vermeidungsstrategie, die dahinter steckt, ist ein Schutz. Und das ist völlig normal. Man würde einem Krieger, der in eine Schlacht zieht in der mit Pfeilen geschossen wird, auch nicht sein Schild wegnehmen und sagen "Stell Dich doch nicht so an.".  Daß er ein Schild trägt ist völlig normal.

 

Bitte hört auf, Traumatisierte als unnormal zu bezeichnen. Helft ihnen lieber, daß sie die schrecklichen Dinge auch wirklich bearbeiten können. Denn dann löst sich der Schutz von selber auf, ein Teilnehmen am Alltag wird wieder möglich und für alle wird es leichter.


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