Das innere Kind? (ich bin doch nicht multipel)

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Das innere Kind, ein innerer Beobachter, ein innerer Buchhalter, ein innerer Kritiker... in der Therapie wird immer wieder mit sogenannten Ich-Anteilen gearbeitet.

 

Viele Patienten sind im ersten Moment damit überfordert. Und manchmal kommt sogar die Aussage:

 

Ich bin doch nicht multipel!

 

Bei der Arbeit mit inneren Ich-Anteilen geht es nicht um eigenständige Persönlichkeiten, wie das bei DIS-Patienten (Multiple Persönlichkeiten) der Fall ist. Eine echte Innenperson eines Multiplen "Anteil" zu nennen wird dieser eigenständigen Persönlichkeit nicht gerecht. Und ... das ist auch nicht gemeint, wenn wir von der Arbeit mit den inneren Anteilen sprechen.

 

Hier geht es um Aspekte der Persönlichkeit, um Anteile des eigenen Selbst.  Jeder von uns hat einen kindlichen Aspekt, ist z.B. manchmal albern oder trotzig. Auch, wenn wir das nach außen nicht immer ausleben, der Impuls ist da.

 

Eine sehr hilfreiche Arbeit ist zum Beispiel die Arbeit mit dem inneren Kritiker. Das ist der Teil in uns, der uns einredet "Das schaffst Du sowieso nicht.", "Was sagen bloß die anderen, wenn du das tust." und ähnliches. Es ist gut, daß es ihn gibt, denn er schützt uns vor Fehlern. Und wenn dieser Anteil der eigenen Persönlichkeit zu stark ist oder zu ängstlich, dann kann er uns schaden.

 

Wenn wir nun also mit diesem Aspekt unserer Persönlichkeit wirklich Kontakt aufnehmen, dann hilft es unserem Gehirn sich vorzustellen, er sehe aus wie ein Mensch und könnte eigenständig antworten. So kann z.B. leichter ausgesprochen werden, was dieser Teil von uns möchte, was er braucht und warum er im oben genannten Beispiel so sehr kritisch ist.

 

Jeder Aspekt unserer Persönlichkeit hat etwas Gutes.

 

Es kann herausgefunden werden, was das Gute an diesem Anteil ist. Ganz oft stecken Grundbedürfnisse dahinter, die in der Vergangenheit nicht ausreichend berücksichtigt oder befriedigt wurden. Grenzüberschreitungen, Gewalt jeder Art, Vernachlässigung... die Liste ist unendlich lang. All das formt unsere Gesamtpersönlichkeit. Und widerfährt uns etwas schlimmes und/oder ungerechtes, haben wir an der Stelle mindestens einen blauen Fleck auf der Seele.

 

Diese Verletzung zu heilen ist Ziel der Arbeit mit dem inneren Team, mit den Teilbereichen unseres Selbst. Diesem Anteil Raum und Zeit zu verschaffen und Bedürfnisse frei äußern zu können ist wichtig, damit es in sich selbst mehr Frieden und Ausgeglichenheit gibt. Denn solange so verletzte Anteile in uns immer wieder auf die eine oder andere Art um Hilfe rufen, kann nicht wirklich Ruhe einkehren.

 

Also bitte keine Angst vor dieser Arbeit! Sie ist toll und hilfreich.

 

 

 

 


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