Entscheidungen treffen leicht gemacht

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Das tückische an Entscheidungen ist... sie bringen oft nicht den gewünschten Erfolg. Es gibt ein paar einfache Gründe, warum unsere Entscheidungen nichts verändern. Es ist mit ein paar gezielten Fragen an sich selbst schnell herauszufinden, ob uns eine Veränderung gelingt oder ob der Entschluß zum Scheitern verurteilt ist.

 

Wie realistisch ist meine Entscheidung?

 

Ist es realistisch zu entscheiden, daß Schokolade ab sofort keine Kalorien mehr hat und ich deswegen weiter täglich eine Tafel essen kann, dabei aber abnehme? Schön wär's, oder? Leider kann ich in diesem Fall so viel entscheiden wie ich will, der Nährwert der Schokolade ändert sich einfach nicht. Solange ich mich nicht entscheide, kalorienreduzierter zu essen, wird sich an meinem Gewicht nix ändern. Die Entscheidung muß also sein "ich verändere mein Essverhalten" und nicht "das Essen verändert seine Kalorienanzahl".

Ähnlich ist es mit Entscheidungen wie "Das lasse ich mir nicht länger gefallen." Auch das ist keine Entscheidung im klassischen Sinne, sondern eine Absicht. Welche Konsequenzen ziehe ich daraus, damit mir etwas nicht mehr länger passiert? Kündige ich den Job, suche ich das Gespräch mit dem Partner, setze ich mich an der Bushaltestelle das nächste Mal durch, wenn der unfreundliche Mann sich mal wieder vordrängeln will...? Welche Handlungsabsicht steckt hinter meiner Entscheidung? Steckt keine Handlungsabsicht dahinter... ist es leider keine Entscheidung.

 

Welche Erwartung habe ich bezüglich meiner Entscheidung?

 

"Ich würde ja sofort, wenn..." oder "Sobald..., werde ich..." sind Fallstricke, die wir uns selbst stellen. Hier handelt es sich nicht um eine autonome Entscheidung. Wir stellen eine Bedingung, die sehr engmaschig eingehalten werden muß, damit wir bereit sind etwas zu tun.

"Sobald das Wetter wieder besser wird, gehe ich jeden Tag joggen." Okay. Und jetzt kommt der Frühling, das Wetter ist besser. Gehe ich jetzt joggen? Oder warte ich bis zum Sommer? Oder ist es im Sommer dann zu warm. Und im Herbst ist es zu früh dunkel und ich muß ja so lange arbeiten. Wir halten uns ein Hintertürchen offen und machen es von Umständen oder anderen Personen abhängig. Eine klare Ent-Scheidung (von alten Gewohnheiten usw.) ist das leider auch nicht.

 

Wieviel Geduld habe ich?

 

Wenn ich mich heute entschließe, noch einmal umzuschulen und beruflich etwas anderes zu machen... bin ich nicht morgen promovierter Arzt. Wenn ich mich entschließe umzuziehen... bin ich nicht morgen in einer fertig renovierten Wohnung. Da kann ich verstehen und aushalten, daß es dauert.

Und wie ist es mit "Ab sofort laß ich mich nicht mehr provozieren von..." oder "Ich ärgere mich einfach nicht mehr über..., das bringt ja doch nichts."? Hier fallen wir in der nächsten Situation gerne in alte und gewohnte Denk- und Handlungsmuster und die Entscheidung ist für den Moment vergessen. Auch hier müssen wir erst lernen, anders mit der Situation umzugehen, anders zu denken, anders zu reagieren. Manchmal ähnlich aufwändig wie ein Arzt-Studium. Bin ich wirklich bereit das durchzuziehen, die Entscheidung durchzuziehen, oder ist es wieder nur eine Absicht?

 

Und schließlich: Was verändere ich durch die Entscheidung?

 

Ich kann die Absicht haben, daß mein Chef nicht mehr so abwertend zu mir ist. Oder daß mein Partner im Haushalt mehr mithilft. Oder daß der Täter aufhört mit seinen Taten. Aber ich kann das nicht für ihn entscheiden. Ich habe mal das Zitat gelesen: Entscheidungen werden im Kopf und im Bauch getroffen. Und zwar im eigenen. Das bringt es auf den Punkt. Auch wenn wir es uns wünschen, können wir Entscheidungen nur für uns selber treffen. Und wenn alle Versuche, denjenigen zum Umdenken zu bringen, scheitern, dann ist das seine Entscheidung. Wir können lediglich entscheiden, ob wir die Dinge anders sehen und anders mit ihnen umgehen wollen, ob wir die Situation verlassen wollen oder ob wir alles so lassen wie es ist. Auch das ist eine Entscheidung.

 

 

 

Manchmal finde ich es echt schwierig zu ertragen, wenn ich erkenne, daß meine Entscheidungen keine Entscheidungen sind und sich dadurch nichts ändert. Und es ist gut, das zu entlarven und nicht ent-täuscht zu werden (weil ich erst gar keine Selbst-Täuschung zulasse) oder auch die Absicht weiter zu verfolgen und daraus eine echte Entscheidung zu treffen.

 

Ich wünsche Ihnen viele echte Entscheidungen und damit gute Erfolge auf dem Weg zur Selbstwirksamkeit.

 

 

 

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