Energiespritze gefällig?

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Der Akku ist leer, ich fühle mich schlapp und energielos. Ich funktioniere nur noch, von (er-)leben kann keine Rede sein... kennen Sie dieses Gefühl?

 

Einer unserer größten Energieräuber sind wir selber. Genauer gesagt eine unsinnige Angewohnheit. Und zwar unser Ärger über die verschiedensten Dinge.

 

Ärger verändert erstmal gar nichts. Wenn ich mich ärgere, daß z.B. mein Partner morgens immer die Kaffeetasse auf die Küchenarbeitsplatte stellt, statt 20 cm tiefer in die Spülmaschine, dann ist durch den Ärger allein nichts geholfen oder verändert. Im Gegenteil, denn Ärger ist ein Anspannungszustand, der unglaublich viel Energie frißt. Und diese Energie fehlt uns dann, um klar und ruhig denken zu können und geeignete Handlungsstrategien zu entwickeln.

 

Und wenn man sich mal einen Tag sehr achtsam ansieht, an wievielen Stellen wir uns ärgern, möglicherweise auch täglich über dasselbe, dann ist das wirklich erschreckend, wieviel Kraft wir da binden. Das könnte zum Beispiel so aussehen, daß wir uns morgens ärgern, daß der Wecker schon klingelt, wir hätten doch so gerne noch weiter geschlafen. Beim ersten Blick in den Spiegel ärgert uns, daß wieder ein Lachfältchen dazu gekommen ist. Dann ist kein Klopapier da und niemand hat es nachgefüllt. Nachdem ich mich auf die Waage gestellt habe stelle ich mich und meine Lebensweise in Frage. Die Kaffeemaschine braucht mal wieder unverhältnismäßig lange um aufzuheizen und die Tasse von unserem Partner steht da auch wieder rum. Außerdem ist das Wetter schon wieder doof... 

So oder so ähnlich kann es ablaufen, aus lauter Gewohnheit.

 

Und anstatt die Energie des Ärgers zu nutzen und etwas zu verändern, bleiben wir einfach bei unserem gewohnten Ablauf und verbrauchen Kraft, die uns an anderer Stelle fehlt. Wie wäre es z.B. einen zweiten Wecker eine halbe Stunde früher zu stellen. Ihn dann morgens seelig auszumachen und zu denken "Ohhhh, wie schön, ich hab noch eine halbe Stunde."? Wäre doch ein erstrebenswertes Ziel. Und es wäre leicht umsetzbar.

 

Ärger zeigt uns, wo wir an unsere Grenzen kommen. Wir können die Grenzen erweitern und zum Beispiel toleranter werden (mein Partner ist eben so, mit der Kaffeetasse, das kriegt er einfach nicht hin) oder wir setzen neue Grenzen (statt die Tasse in die Spülmaschiene zu räumen, einfach stehen lassen oder ihm ins Bett legen oder, oder, oder).

 

Wichtig ist sich bewußt zu machen, wir ärgern uns selber. Nicht der andere ärgert uns, nicht die Kaffeemaschine, nicht das Wetter. Wir ärgern uns.

 

Machen Sie sich doch mal die Mühe, einen Tag lang aufzuschreiben, worüber Sie sich ärgern. Über den Parkplatz der zu weit weg war, über die Nachrichten die mal wieder so negativ sind, über den Nachbar der in der Mittagszeit den Rasen mäht, daß der Kaffee schon wieder kalt geworden ist... und auch, wenn es nur scheinbar kurze Momente sind, in denen wir uns ärgern... in Summe kommt da ganz schön was zusammen über einen Tag verteilt.

 

Nutzen Sie Ihre Möglichkeiten. Hören Sie auf sich zu ärgern. Wenn Sie können, ändern Sie die Situation. Wenn das nicht geht, ändern Sie die Einstellung zu der Situation.

 

Machen Sie sich das Leben leichter und spüren Sie, wieviel Energie Sie auf einmal haben.

 

Ich wünsche Ihnen eine kraftvolle Zeit.

 

 

 

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